Kiga Marthashofen

Waldorf-Pädagogik

Kinder lernen nicht durch Belehrung allein – sie lernen durch Erleben, durch Staunen, durch Bewegung und durch das lebendige Miteinander mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Genau hier setzt die Waldorfpädagogik an, die Rudolf Steiner Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage seines ganzheitlichen Menschenbildes entwickelte.

Das Bild vom Kind

Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht das Kind als einzigartiges Wesen mit Leib, Seele und Geist. Steiner beschrieb die ersten sieben Lebensjahre als eine Phase, in der das Kind vor allem durch Nachahmung lernt. Was die Erwachsenen tun, wie sie sprechen, wie sie sich bewegen – all das nimmt das kleine Kind ungefiltert in sich auf. Unsere Aufgabe als Erzieherinnen ist es deshalb, einen Alltag zu gestalten, der es wert ist, nachgeahmt zu werden: ruhig, sinnvoll, warmherzig.

Kopf, Herz und Hand

Waldorfpädagogik spricht oft vom Dreiklang aus Denken, Fühlen und Wollen – oder bildhaft: Kopf, Herz und Hand. Im Kinderhaus bedeutet das, dass kein Bereich isoliert gefördert wird. Ein Kind, das gemeinsam mit einer Erzieherin Brot backt, erlebt gleichzeitig Mathematik (Mengen, Abfolgen), soziales Miteinander, sinnliches Erleben mit Händen und Nase – und die Freude am gemeinsamen Werk. Das ist Waldorfpädagogik im Alltag.

Rhythmus als Grundlage

Kinder brauchen Verlässlichkeit. Der Tages- und Wochenhythmus im Waldorf-Kinderhaus gibt Orientierung und Sicherheit: feste Zeiten für Freispiel, Kreis, Mahlzeit, Schlaf und kreative Tätigkeiten. Im Jahresrhythmus folgen wir den Festen des Naturkreislaufs – Ernte, Advent, Ostern, Johanni – und erleben so das Eingebettetsein des Menschen in größere Zusammenhänge.

Natur als wichtigster Lehrraum

Wir sind bewusst in der ländlichen Umgebung von Marthashofen verwurzelt. Die Natur ist kein Ausflugsziel, sondern täglicher Lebensraum. Kinder buddeln, sammeln, beobachten, klettern und spüren – durch jede Jahreszeit hindurch, bei Sonnenschein und Nieselregen. Naturmaterialien wie Holz, Wolle, Bienenwachs und Steine finden sich auch im Inneren des Kinderhauses und regen die Fantasie an, ohne zu überfordern.

Weiterführende Informationen

Wer mehr über die Grundlagen der Waldorfpädagogik erfahren möchte, findet fundierte Informationen bei der Vereinigung der Waldorfkindergärten sowie beim Bund der Freien Waldorfschulen, dem bundesweiten Zusammenschluss waldorfpädagogischer Einrichtungen. Eine wissenschaftliche Einordnung bietet zudem der Deutsche Bildungsserver.